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Frauenmahl in Leipzig 27. Mai 2017

Matinee und Frauenmahl zum Kirchentag auf dem Weg am 27. Mai 2017 Leipzig

Unter dem Motto FRAUEN.MACHT.REFORMATION. wurde beim Kirchentag auf dem Weg in Leipzig zum 25. Frauenmahl mit internationalen Gästen eingeladen. Damit fand die Reihe „Wir sind Reformerinnen – Frauen geben Impuls für die Zukunft“ einen feierlichen und kraftvollen Höhepunkt.

 

Impulsgeberinnen waren die jesidische Journalistin und Filmemacherin Düzen Tekkal und Solveig Lara Gudmundsdottir, Ev.-Luth. Bischöfin aus Island. Düzen Tekkal berichtete von der Vorbildwirkung, die ihre wehrhafte Großmutter auf sie ausübte. Sie verschaffte sich Respekt im Dorf und in der Familie. Düzen Tekkal mahnte die Sprachfähigkeit im eigenen Glauben an, damit Religion nicht für populistische Zwecke instrumentalisiert werde. Sie setzt sich für die Unterstützung von Frauen in den unterschiedlichsten Lebenslagen ein, dazu nutzt sie ihren Beruf als Journalistin und Filmemacherin und erzählt die Geschichte verfolgter Menschen, wie beispielsweise die (fast) vergessene Geschichte der Jesiden.

 

Staatssekretär Dr. Ralf Kleindiek überbrachte in seiner Rede die Grußworte und Anerkennung der Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Manuela Schwesig, und ging auf politische Vorhaben ein, die in dieser Legislatur umgesetzt werden konnten. Das betrifft das Lohntransparenzgesetz, das Quotengesetz und die Regelungen zur Elternzeit. Gleichstellung geht Männer wie Frauen an. Die Gleichstellungsarbeit sei ein hartes Ringen um Gerechtigkeit und im politischen Geschäft ein Aushandeln von Kompromissen.

 

Solveig Lara Gudmundsdottir berichtete über ihren Weg vom Studium der Theologie bis zur Bischofswahl. Ausschlaggebend waren für sie die Impulse der Frauenabteilung des Lutherischen Weltbundes (LWB). Damit konnte sie ihr Interesse für feministische Theologie und für Frauenrechte verbinden. Später wurde sie von ihrer Kirche zu einem internationalen Führungsseminar für junge Frauen im LWB delegiert. Solveig Lara Gudmundsdottir erzählte von der „Frauenkirche“ in Island, einem unabhängigen Forum innerhalb der Ev.-Luth. Kirche, bei dem sie mitarbeitet. Gottesdienste, Kurse und Workshops werden in den unterschiedlichen Kirchen angeboten. 2012 wurde sie als Bischöfin für den Nordbereich Islands gewählt.

 

Die Impulse wurden von den Tischgemeinschaften aufgenommen und weiter diskutiert. Am Ende der Tischgespräche konnten eigene Thesen formuliert und vorgetragen werden.
Petra Köpping, die Sächsische Staatsministerin für Gleichstellung und Integration, präsentierte zur Matinee am Nachmittag die Dokumentation der 25 sächsischen Frauenmahle, die während der Reformationsdekade an verschiedenen Orten stattgefunden haben. Die Dokumentation wurde durch die Kirchliche Frauenarbeit in Zusammenarbeit mit der Gleichstellungsbeauftragten der EVLKS, Kathrin Wallrabe, und der Ev. Akademie Meissen, Dr. Kerstin Schimmel, herausgegeben und durch das Sächsische Staatsministerium für Soziales und Verbraucherschutz gefördert.

 

Begrüßt werden konnten zu beiden Veranstaltungen Gäste aus nah und fern, neben evangelische Christinnen kamen katholische und reformierte Schwestern, kommunale Gleichstellungsbeauftragte und weitere Akteurinnen der Sächsischen Frauenmahle sowie Gäste des Kirchentages auf dem Weg. Zu den Gästen aus der Ökumene weltweit zählten neben den Impulsgeberinnen auch eine Vertreterin der WICAS (Women in Church and Society) aus Italien.

 

Die Frauenmahle haben damit einen vorläufigen Höhepunkt gefunden. Die Impulse, die sie gegeben haben, wirken weiter. Auch in der Zukunft werden Frauen ihre reformatorischen Gedanken und Ideen in Kirche und Gesellschaft einbringen. Anregungen finden Sie in der Dokumentation der Frauenmahle in Sachsen.

 

Die Broschüre (80 Seiten / A4) kann kostenfrei bestellt werden bei
Kirchliche Frauenarbeit der EVLKS
Tauscherstr. 44
01277 Dresden
E-Mail: frauenarbeit.sachsen@evlks.de

Für eine größere Ansicht, klicken Sie auf die Bilder.

Dieser Internetauftritt gehört zum Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie (vorher: Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD, FSBZ).
Besuchen Sie uns unter www.gender-ekd.de.

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