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Tischreden und Lesekost

Susanne Fischer - Gleichstellungsstelle/Frauenbüro der Stadt Gelsenkirchen

Grußwort beim Frauenmahl in Gelsenkirchen am 14. September 2017

 

Sehr geehrte, liebe Frauenmahl-Teilnehmerinnen,

wie schön, dass Sie hier sind! Und wie schön, dass Sie heute Abend unsere Freude auf und über einen spannenden Abend teilen. „Zusammenleben gestalten“ – genau das sehe ich, wenn ich die vielen sorgfältig gekleideten Frauen an den schön dekorierten Tischen sehe.

Mein Name ist Susanne Fischer und ich bin – so könnte man ein bisschen verkürzt sagen – als Stellvertreterin der kommunalen Gleichstellungsbeauftragten das „Gegenstück“ zu Antje Röckemann und die zweite Einladerin zu dieser Veranstaltung.

Historisch gesehen war es ja eigentlich immer eine äußerst spannungsreiche Angelegenheit, wenn es um die Zusammenarbeit zwischen Staat und Kirche ging.

Die Fragen um Glauben und Macht wurden selten in Harmonie ausgehandelt, sondern meistens mit schweren Bandagen ausgefochten. Sie wurden immer unter wechselseitigen Verlusten und Unterwerfungen ausgehandelt. Jedenfalls dann, wenn Männer verantwortlich das Handeln bestimmten. Und das taten und tun sie ja meistens.

Schauen wir uns in der Welt um: Die Kämpfe um Staatsmacht und Religion, um Definitionshoheit und Glaubensprinzipien, um Tradition und Reformation werden mit aller Härte geführt. Und um das individuelle Recht eines jeden Menschen, seine Weltanschauung und seinen Glauben oder auch Nicht-Glauben in Freiheit zu leben, muss immer wieder gerungen werden. Und dann gibt es ja noch den andauernden Kampf innerhalb der jeweiligen Weltanschauungs- und Glaubenssysteme: Nämlich den, den die Frauen um gleiche Rechte, gleiche Beachtung und gleichen Respekt zu führen haben – bis heute.
Nichts ist da wichtiger, als dass Frauen eigene Bündnisse, Freundschaften, Netzwerke schaffen – und zwar über alle Lebenslagen, Weltanschauungen und Religionen hinweg.

Das haben wir in Gelsenkirchen ein Stück weit geschafft: Schon seit fast 20 Jahren arbeiten das Gender-Referat des evangelischen Kirchenkreises und die Gleichstellungsstelle der Stadt Gelsenkirchen kreativ und sich wechselseitig unterstützend zusammen – und das sehr gerne. Mit uns gemeinsam haben sich viele Frauen auf den Weg gemacht. Ich könnte Ihnen jetzt länger über die verschiedenen Frauenprojekte und –bündnisse in Gelsenkirchen berichten – aber kluge Reden halten heute andere Frauen!

Als Antje Röckemann mir die Idee des „Frauenmahls“ vorstellte, hatte ich sofort den Impuls: Da möchte ich gerne mitmachen! Das ist es, wofür auch die städtische Gleichstellungsarbeit steht: Für den Dialog, für den Aufbau von gegenseitigem Vertrauen, für die Wertschätzung von Vielfalt.
Denn inhaltlich ansprechen und einladen wollten wir ja nicht nur Frauen, die einen vertrauten Zugang zum Christentum haben, sondern alle interessierten Frauen dieser Stadt. Und ganz bewusst haben wir auch Rednerinnen eingeladen, die einen sehr unterschiedlichen inhaltlichen Zugang zum Glauben und zur Welt haben.
Wir wollen unser Zusammenleben in Toleranz gemeinsam gestalten: Wie großartig, dass wir so unterschiedliche Lebensentwürfe und spannende Frauen kennenlernen dürfen.
Ich jedenfalls bin voller Vorfreude und Neugierde auf das, was uns heute erwartet.

Heute Abend haben Sie die Gelegenheit, vieles von dem zu tun, was „Leib und Seele zusammenhält“: Hören Sie zu, genießen sie das Essen, tauschen Sie sich aus, erfreuen Sie sich an der Musik.

Die beiden Musikerinnen, Christine Budkammer am Saxophon und Stefanie Strehlow an der Gitarre, werden den Abend musikalisch untermalen. Sie nennen sich „Two…Light Blue“ und Musik ist tatsächlich ihrer beider Passion. Sie sind in Gelsenkirchen keine Unbekannten mehr und ich kann bestätigen: Sie machen Musik mit Können und Herzblut!

Dieser Raum, in dem heute das Frauenmahl stattfindet, ist übrigens ein ganz besonderer Ort: Die ehemalige Zeche Oberschuir aus dem Jahre 1906 ist ein besonders schönes Zeugnis der Industriekultur. Die Stadt Gelsenkirchen als Betreiberin hat großes Glück: Elke Schumacher und ihr Team machen immer wieder wunderbare Veranstaltungen unterschiedlichsten Formats möglich. Sie ist es auch, die heute für unser Menu in allen Phasen der Zubereitung verantwortlich ist.

Wichtig noch: Wir haben für diesen Abend auch eine Fotografin eingeladen – die erkennen Sie unschwer an ihrer Kamera. Wir möchten gerne einige der Fotos auf der Website und in der Presse veröffentlichen.

Und wir haben am Eingang ein Gästebuch liegen. Wir würden uns sehr über Ihre Rückmeldungen freuen. Ein Gastgeschenk
für Sie als Dank finden Sie dort auch – wir verraten aber noch nicht, was die Rollen beinhalten – es soll eine Überraschung für Zuhause sein.

Ein höflicher Hinweis: Bitte denken Sie spätestens jetzt daran: Handy lautlos stellen! Vielen Dank.

Und wenn Sie den Gong – in diesem Fall die Klangschale – hören, die meine Kollegin Claudia Donsbach anschlägt, dann wissen Sie: Nun folgt eine wichtige Information.
Ich wünsche Ihnen, ich wünsche uns allen einen schönen Abend mit „Klugen Reden und gutem Essen“!

Dieser Internetauftritt gehört zum Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie (vorher: Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD, FSBZ).
Besuchen Sie uns unter www.gender-ekd.de.

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