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Tischreden und Lesekost

Magdalena Münstermann - Unternehmerin

Magdalena Münstermann
Unternehmerin


Wie wollen wir leben – Bilder von unserer Zukunft

07.03.2015, Sendenhorst


Sehr geehrte Damen,

 
in drei Bildern aus der Arbeitswelt möchte ich Ihnen vorstellen, wie wir in der Zukunft leben können, Bilder, erstellt aus unseren Alltagserfahrungen in einem KMU (viele davon haben wir bereits umgesetzt)!
 
Im 1.Bild zeige ich Ihnen eine mögliche Unternehmenskultur der Zukunft auf, im zweiten Bild geht es um die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, das dritte Bild stellt Bildung für Alle in den Mittelpunkt!
 
1) Beginnen wir mit der Unternehmenskultur und kommen Sie mit mir in die Zukunft:
 
Wir sehen unsere Mitarbeiter nicht als reine Arbeitskräfte an, sondern nehmen sie ganzheitlich in den Blick .
 
Sie kommen aus Familien unterschiedlichster Nationalitäten,haben kleine Kinder oder weitere Angehörige zu versorgen, bevor sie ihre Arbeit aufnehmen.
 
Viele von Ihnen sind auch in Ehrenämtern aktiv, z.B. bei der Feuerwehr, bei denen auch mal nächtliche Einsätze notwendig sind.
Darum gibt es flexible Arbeitszeiten, abgestimmt auf die persönlichen Bedürfnisse der Mitarbeiter.
 
Gegenseitiges Vertrauen und Respekt voreinander bilden die Grundlage dafür, Arbeit gewissenhaft zu erledigen und den wirtschaftlichen Erfolg zu erreichen.
 
Arbeit bereitet Freude und wird als ein Stück Lebensqualität erfahrbar!
Die offene und ehrliche Unternehmenskommunikation sowie gemeinsame Aktivitäten wie z.B. ein Familientag im UN, gemeinsame Sportaktivitäten, Ausflüge u.v.m. führen zu einem guten familiären Miteinander.

Fazit zum Bild Nr.1/ Unternehmenskultur der Zukunft:
Zutrauen, Vertrauen und gegenseitige Wertschätzung sind der Schlüssel für eine erfolgreiche UN-Kultur!

 
Das in die Mitarbeiter gesetzte Vertrauen führt zu hoher Motivation und Bereitschaft zur Übernahme von Verantwortung.
 
Das alles ist zunächst nicht eine Sache des Geldes- sondern unserer Haltung!
Wir müssen es nur wollen!
  
2) Auf dem zweiten Bild der Zukunft erkennen Sie die Vereinbarkeit von Familie und Beruf!
 
Wenn wir 2015 von Familie sprechen und diese auch wollen, dann müssen wir erziehenden Eltern zunächst viel mehr Wertschätzung und Respekt entgegen bringen, als wir das häufig tun!
Eltern sein ist auch Arbeit !! Und auch eine sehr Wichtige!!
 
Zu oft berücksichtigen wir in keinster Weise die wissenschaftlichen Erkenntnisse der Entwicklungspsychologie, der Lern- und Hirnforschung o. anderer wichtiger Forschungsergebnisse oder einfacher Lebenserfahrungen.
 
Familie, oder eine ähnliche Lebensgemeinschaft, ist bei weitem nicht nur der Ort, an dem die Kinder aufwachsen, sondern der Raum, in dem sie Werte erfahren, Freud und Leid erleben, wo Gespräche, Spiel und Spass, Vorbilder, Erziehung, Bindung u.v.m. nachhaltig erlebbar werden.
 
Schauen wir uns das Bild der Zukunft zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf an, so müssen wir in der Kette immer das jeweilige schwächste Glied berücksichtigen, bevor wir Entscheidungen treffen.
 
Das Wohl des Kindes und damit dessen Bedürfnisse müssen im Mittelpunkt stehen!
 
Manch einer hatte noch 2015 vergessen, dass Kinder keine Maschinen sind, die wir an- und abstellen, je nachdem, wie es uns gerade passt!
 
Die Schule der Zukunft bringt uns Schulfächer wie Lebensplanung, Hauswirtschaft, Erziehung, als Kulturgut für Jungen und Mädchen, damit diese später ihre Aufgaben als Eltern kennen und verantwortungsvoll wahrnehmen können.
 
Auf Grund der flexiblen Arbeitszeiten sind Beruf und Familie vereinbar.
 
Der Einsatz von Tagesmüttern- oder Vätern vor Ort oder weiteren Personen, die vor Ort wohnen und zur Betreuung von Kindern in die Haushalte kommen, führt zu Entlastung in den Familien, insbesondere bei notwendiger Randzeiten- oder Notbetreuung.
Außerdem fühlen sich Kinder dadurch besser behütet und angenommen, statt abgeschoben und verwaltet.

 
Als Entschädigung für ihren persönlichen Einsatz erhalten diese Personen eine kleine finanzielle Anerkennung in Form des sogenannten Familienzukunftsgeldes.
Das ist Geld, welches früher für viele Maßnahmen und für die Nachbesserung von Erziehungsdefiziten ausgegeben wurde, z.B. beim Übergang von der Schule in den Beruf, Nachhilfe, psychologischer Betreuung uvm.
 
In den Ferien sorgen gemeinschaftlich geplante und durchgeführte Projekte durch Sozial- und Bildungsträger auch im Rahmen der BO für eine interessante Gestaltung einiger Ferienwochen.
 
Kindern und Jugendlichen aller Altersstufen wird eine spannende und sinnvolle Ferienzeit ermöglicht, z.B. in Form eines Theater- oder Naturprojektes. Ebenso erhalten sie dabei einen Einblick in die reale Arbeitswelt, was zudem die Berufswahl erleichtert.
 
Die frühe Umsetzung dieser Maßnahmen vor Ort spart viel Geld und unnötige Kosten der Nachbesserung.
 
Politik hat inzwischen wieder erkannt, dass sich in kleinen Dörfern und Städten, insbesondere im ländlichen Raum, die Betreuung von Kindern und Jugendlichen besonders positiv umsetzen lässt.
 
Dort kann auch eine problemlose Integration von Migranten erfolgen, da man sich vor Ort kennt und einander hilft.
 
Fazit dieses Bildes Nr.2/Vereinbarkeit Familie und Beruf:
 
Die Wirtschaft stellt den Menschen in den Mittelpunkt und erkennt den Wert von Familie und familiären Strukturen als besonders nachhaltig wieder an.
 
Gemeinsame Absprachen zwischen AN und AG für Erziehungs- oder Pflegezeiten führen zu flexiblen und individuellen Arbeitszeitlösungen und damit zu zufriedenen Mitarbeitern.
 
Dörfliche Strukturen fördern ein gutes Miteinander!
 
3) „Bildung für Alle“- lautet der Titel des dritten Bildes der Zukunft
 
In der Zukunft brauchen wir Bildung für Alle- mehr denn je: LLL bleibt notwendig!
 
Die Ausbildung von Schülern aller Schulformen ist zum Selbstverständnis geworden.
 
Die Entscheidung für die Einstellung von Azubis erfolgt grundsätzlich nicht nach den Zeugnisnoten, sondern erst nach einen erfolgreich durchgeführten Praktikum.
 
Besonders wichtig dabei ist, dass wir uns um die jungen Menschen persönlich kümmern , Vertrauen aufbauen und sie mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen ernst nehmen. Jugend muss sich angenommen fühlen.
 
Auf Grund der Globalisierung und der vielen vertretenen Nationalitäten in unserem Land nehmen Schüler und Azubis an international ausgerichteten Projekten teil:
 
Sie erlernen mehrere Sprachen und wenden diese möglichst vielseitig an, z.B. durch bilingualen Unterricht in der Schule, durch Auslandsaufenthalte während der Ausbildung, durch intensive Vernetzung von Schule und Wirtschaft. Lehrer kennen die Unternehmer vor Ort und vernetzen Schule und Wirtschaft im Unterricht aller Jahrgänge.
 
Nicht nur vermeintlich schwächere SS erhalten eine besondere Förderung, es sind auch die besonders guten SS, denen man sich verstärkt zuwendet, da sie als „Elite“ für unsere Gesellschaft ganz wesentliche Zukunftsträger sind!
 
Inklusion erfolgt da, wo es problemlos möglich ist, -die Klassen sind klein und Lehrer fast immer zu Zweit im Einsatz.
 
Sonderpädagogen kümmern sich verstärkt um die Schüler, die dem normalen Schulalltag nicht folgen können.
 
Lehrer, die ihre Schüler in besonderem Maße begeistern und zu Leistungen herausfordern, erhalten eine angemessene Leistungszulage.
 
Die Kirche hat inzwischen erkannt, dass neben der Verwaltung von Finanzen und Gebäuden auch die Seelsorge wieder in den Vordergrund gestellt werden muss, um einen nachhaltigen Werte- und Glaubenskonsens bei Kindern und Jugendlichen zu erreichen.

 
Die Einstellung von Sozialarbeitern und ähnlich ausgebildeten Pädagogen in den Dörfern und Städten tritt dem Priestermangel entgegen und führt zu einer neuen und interessanten Wahrnehmung von Kirche vor Ort.

Fazit dieses Bildes Nr.3/“Bildung für Alle“:
 
Wir brauchen LLL und Bildung für Alle, -aber nicht Abitur für Alle!

 
Werte bilden die Grundlage für ein gutes gemeinsames Miteinander.
 
Die gegenseitige Achtung und Wertschätzung aller Mitarbeiter mit ihren jeweiligen Stärken und Schwächen führt zu individueller Aus- und Fortbildung und bringt Freude an der Arbeit !
 
Seneca hat einmal gesagt:
„Von der Zukunft hängt ab, wer nicht versteht, in der Gegenwart zu wirken!“
 
Wenn es uns heute gelingt, die richtigen Weichen für die Zukunft zu stellen, werden wir als Menschen gerne darin arbeiten,
 
wir werden auch die jeweiligen anstehenden Probleme der Zukunft bewältigen und gemeinsam den notwendigen wirtschaftlichen Erfolg erreichen!

Dieser Internetauftritt gehört zum Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie (vorher: Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD, FSBZ).
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