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Tischreden und Lesekost

Kerstin Radomski - MdB

Rede zum Frauenmahl in Krefeld am 26.10.2014 in Krefeld

Frauenmahl „FRAU MACHT POLITIK“
Kerstin Radomski, MdB
(Anmerkung: Dies ist eine inhaltliche Kurzform der freien Rede)

Mein Beitrag bezog sich auf drei Zitate, die ich mit verschiedenen Kollegen in unterschiedlichen Lebensabschnitten in Verbindung bringe.

Das erste wurde mir erzählt als ich gerade mit dem Studium fertig war. „Die ersten drei Jahre gehört die Mutter zum Kind.“ Doch will Frau überhaupt so lange zu Hause bleiben? Nicht alle Frauen wollen dies, sodass die Elternzeit eine willkommene Wahlmöglichkeit für Frauen und Männer gleichzeitig bedeutet. Auch der Kitaausbau, der vom Bund vorangetrieben wird, ist hier eine Erleichterung für Frauen, die schneller wieder ins Berufsleben zurückkehren wollen. Dieses Zitat hält mir vor Augen, dass wir nicht Pauschalisieren, sondern stattdessen Wahlmöglichkeiten lassen sollten.
 
Das zweite Zitat stützt sich auf eine sogenannte „Männerdomäne“: „Nirgendwo interessieren sich Männer für den Haushalt - nur im Bundestag.“ Es ist wohl wahr. Ich bin beispielsweise als eine der ersten Frauen in die „Männerdomäne“ Haushaltsausschuss der CDU-Fraktion gekommen. Woran liegt das? An dieser Stelle stimmen die Vorurteile leider oft: Männer trauen sich schneller, während Frauen zurückhaltender sind. Frauen sollten sich daher viel mehr zutrauen und für ihre Ziele kämpfen.

Das dritte Zitat ist eine Reaktion auf meine ironische Bemerkung, dass ich als Frau nicht nur kochen, sondern auch nähen, stricken und häkeln könne. „Da enttäuschst du mich aber sehr“, kam die schmunzelnde Antwort. Es zeigt, dass sich Frauen generell nicht von den Vorurteilen ihnen gegenüber einengen lassen sollten. Frauen sind facettenreicher und begabter als Männer und manchmal als sie selbst es sehen wollen. Die Vielfältigkeit in den Talenten einer Frau sollte mehr von der Gesellschaft unterstützt und anerkannt werden.

Mein Fazit lautet demzufolge: Frauen haben viel mehr MACHT und POLITIK als sie sich oftmals bewusst sind. Sie können viel bewegen und sollten sich das auch trauen. In den Köpfen der Menschen muss sich jedoch noch einiges ändern. Am wichtigsten ist, dass wir das, was der Andere leistet, honorieren – ganz gleich welchen Geschlechts, ob am Arbeitsplatz oder zu Hause.

Dieser Internetauftritt gehört zum Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie (vorher: Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD, FSBZ).
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