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Annelene Mittring: Gesagtes und Ungesagtes

Rheinisches Frauenmahl Bonn


Neugierig – welche interessierten, interessanten Frauen werde ich treffen?

Skeptisch – ist das Ziel deutlich, unter dem 100 Frauen eingeladen sind?

Voller offener Fragen – lohnt sich der zeitliche, finanzielle Aufwand für die Durchführung dieses Nachmittags? So machte ich mich auf den Weg zu dem 1. Rheinischen Frauenmahl in Bonn mit Tischreden zur innovativen Weltgestaltung.


Und dann habe ich viele positive Überraschungen erlebt.


Die meisten der Teilnehmenden waren mir bekannt. Es gab herzliche Begrüßungen, Wiedersehensfreude im Foyer, bis uns einladende Flötenmusik in den großen Saal mit festlich geschmückten Tischen leitete. Ich gehörte zu den Frauen, die ihren festen Platz an einem bestimmten Tisch hatten und ihn den Nachmittag über auch behielten. Ansonsten gab es freie Platzwahl, immer neu, nach jeder Tischrede. Wie gut, dass wir Namensschilder hatten, die erleichterten die immer neuen Gespräche.


Nach herzlichen Begrüßungsworten der drei Hauptverantwortlichen mit unterschiedlichen inhaltlichen Schwerpunkten stellte sich das „Serviceteam“ vor. Eine Freude, diese freundlichen, hübschen, geschickten, wachen Mädchen zu erleben! Sie verwöhnten uns mit dem Servieren von leckeren Speisen und diversen Getränken. Eine Menükarte – passend gestaltet zur Tischdekoration – machte neugierig auf den kulinarischen Verlauf des Abends.


An meinem Tisch saßen in der ersten Runde Frauen aus Godesberger Gemeinden. Unser Altersdurchschnitt wurde durch eine 14jährige Schülerin deutlich gesenkt. Sie hat mich beeindruckt: Jusomitglied, an feministischen Themen hochinteressiert. Für Gendergerechtigkeit will sie sich in ihrem Umfeld einsetzen. Es ergaben sich schnell engagierte Gespräche, die leider unterbrochen wurden, denn wir sollten ja nach jeder Tischrede die Plätze wechseln.


In der zweiten Runde saß an meinem Tisch die Leiterin der Bonner Gruppe für fair gehandelte Kleidung. Auch mit ihr hätte ich mich gern sehr viel länger unterhalten. Die Bereitschaft der Frauen, die Plätze zu wechseln, wurde im Verlauf der Veranstaltung immer geringer. An meinem Tisch blieb ein „harter Kern“ sitzen, andere kamen zu immer neuen Gesprächsinhalten dazu.


Mir hat es großen Eindruck gemacht, wie die eingeladenen Referentinnen in der ihnen vorgegebenen kurzen Zeit ihre mutigen und ermutigenden Projekte oder Programme lebendig werden ließen: Projekte aus Politik, Gesellschaft, Bildung, katholischem Klosterleben (evangelische Projekte habe ich vermisst), oder aus brisanten Krisengebieten wie dem Nahen Osten - von Christinnen, einer Jüdin und sicher auch von kirchenfernen Persönlichkeiten initiiert, getragen und gestaltet. Ich habe viel Neues gehört und hätte über manches gerne länger diskutiert.


Ein liturgischer Abschluss hat viele Gedanken des Nachmittags gebündelt.


Selten sind mir vier Stunden, denen ich im Vorfeld mit Bedenken entgegensah, so schnell vergangen mit Vorträgen, Diskussionen, viel Musik und leckerem Essen und Trinken.


Soll es eine Fortsetzung geben? Ich meine: Ja. Mein Wunsch: Höchstens fünf Referentinnen einladen. Manche der Referentinnen vom 20.11.2011 würde ich gerne beim nächsten Mal wieder erleben, bin aber auch neugierig auf bisher Ungesagtes.


Ich danke den drei Hauptverantwortlichen und den vielen Mitarbeitenden für ein gelungenes 1. Frauenmahl in Bonn. Ich ahne, wie viele Stunden zur Konzeption, zur Vorbereitung, zur Ermöglichung der Durchführung dieser Veranstaltung und auch zur Nachbereitung nötig waren. Sie haben sich gelohnt.


Annelene Mittring


Dieser Internetauftritt gehört zum Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie (vorher: Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD, FSBZ).
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