zum Inhalt

Käthe Stäcker: Rein in die Stadt

Marburger Frauenmahl: Nachklang


„Raus aus der Kirchengemeinde – rein in die Stadt“


das war einer der diskutierten Sätze an unserem Tischgespräch- inspiriert durch die Tischrede von Brigitte Lösch.

Stuttgart 21, Fukushima oder auch Finanzkrise haben neue Formen von Protest und Widerstandhervorgerufen. Aktive Mitarbeit im Quartier, nachhaltiger ziviler Protest bei Großprojekten oder Kampagnen via Interplattform sind eine Weiterentwicklung der Demokratie.

Frau Lösch forderte in diesem Zusammenhang den Dreischritt:

„Information – Transparenz – Dialog . Aus Betroffenen Beteiligte machen.“

Für die Kirche insgesamt – insbesondere aber für die Kirchengemeinden im Stadtteil oder ländlichem Raum-bedeutet diese Entwicklung eine zentrale aktuelle Herausforderung und Anfrage: Welche Rolle wollen die Kirchengemeinden im Kontext dieser neuen innovativen Beteiligungsformen spielen? Wie beteiligen sie sich an diesen Formen der direkten Demokratie?

Im Grunde bietet diese Entwicklung doch eine große Chance:

•Kirchengemeinden sind Teil des Gemeinwesens und (mit) verantwortlich für das Wohlergehen der Menschen im Stadtteil oder Dorf.

•Sie sind fest im lokalen Kontext verwurzelt, bieten Verlässlichkeit und leben doch von einem universalen Horizont.

•Durch ihre Arbeit haben sie ein großes Wissen über die das konkrete Leben der Menschen vor Ort.

→ Sie sind damit geradezu prädestiniert, Akteure in Netzwerken einer lebendigen Zivilgesellschaft zu sein. Die Kirchengemeinden sind in der Stadt oder im Dorf längst angekommen. Jetzt gilt es, diese Rolle neu zu ergreifen, sieviel selbstbewusster und aktiver zu spielen und sich nicht länger zu begrenzen auf die eigene „kleine Welt“.

Gerade die neuen innovativen Formen der Beteiligung und des Protestes in ihrer ganzen Vielfalt und Kreativität eröffnen den Kirchengemeinden viele Möglichkeiten, ihre Ressourcen einzubringen. Können sie doch ganz praktisch ihre Räume mitten im Quartier anbieten für Bürgerworkshops, ihre Moderationskompetenz für Runde Tische, ihre Mediationsfähigkeit in Konfliktsituationen aber ebenso auchihre Parteilichkeit und Einsatzfür die Schwachen, Zerbrechlichen und Armen oder ihre langjährigen Erfahrungen mit dem Engagement für die Eine Welt:Das wäre eine „Kirche mittendrin“.

Käthe Stäcker, Hamburg

Diakonie und Bildung, Kirchenkreis Hamburg-Ost

Dieser Internetauftritt gehört zum Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie (vorher: Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD, FSBZ).
Besuchen Sie uns unter www.gender-ekd.de.

www.frauenmahl.de benutzt Piwik, eine Open-Source-Software zur statistischen Auswertung der Besucherzugriffe. Mehr dazu.