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Kathrin Wallrabe - Frauengeschichte(n) und wir

Bautzener Frauenmahl:

Fast 90 Frauen und Männer kamen am Abend des 18.10. in das Kirchgemeindehaus der St. Petri Gemeinde, um Frauengeschichte(n)  lebendig werden zu lassen.  Eingeladen hatten die Evangelische und die Katholische St. Petri Kirchgemeinde sowie die Stadt Bautzen, um im Themenjahr „Reformation und Toleranz“ innerhalb der Lutherdekade am Ort des Simultandoms (in Bautzen) miteinander über die Aktualität des Themas für heute ins Gespräch zu kommen.  

"Mit dieser Einladung, zum sog. Frauenmahl, haben wir bedeutende Frauen der Kirchen- und Reformationsgeschichte in den Mittelpunkt gestellt und aufgezeigt, welche Impulse sie für ihre jeweilige Zeit gegeben haben. Frauen waren wichtige Unterstützerinnen innerhalb der reformatorischen Bewegung, nur heute fast vergessen. Elisabeth von Rochlitz hat auf ihren Besitztümern sehr früh die Reformation mit Mut und Augenmaß eingeführt, deshalb war es mir wichtig über ihr Wirken zu referieren“ so Frau Dr. Maria Heinke-Probst, Pfarrerin in der St. Petri Gemeinde Bautzen.

Weiterhin stellte Frau Prof. Dr. Maria Häusl von der TU Dresden unter dem Titel „Maria von Magdala – eine Heilige für heute“ das Bild der sündigen Büßerin in Frage, welches in der Kunstgeschichte dominiert. Sie wies auf die Bedeutung von Maria von M. im frühen Christentum hin, die in der Bibel als Jesus wichtigste Begleiterin dargestellt wird.

Die dritte Frau wurde von Andrea Spee-Keller, Gleichstellungsbeauftragte der Stadt Bautzen, vorgestellt. Die im 17. Jahrhundert bedeutende Dichterin, Gelehrte und Förderin Henriette Catharina von Gersdorff wirkte viele Lebensjahre hier in unserer Region. Sie sprach schon mit 17 Jahren fünf Sprachen, schrieb und veröffentlichte lateinische und deutsche Gedichte, unterstützte Glaubensflüchtlinge und setzte sich in ihrer Zeit für die Ausbildung von Mädchen ein.  Die trotzdem fast vergessene Frau war die Großmutter des Grafen von Zinzendorf, der bei ihr aufwuchs und den sie wesentlich prägte.

Nach jedem Vortrag kamen die Gäste, darunter auch zahlreiche männliche, durch Unterstützung der Tischmoderatorinnen miteinander ins Gespräch.
 
„Frauen sollten den Mut haben zu sich selbst zu stehen, so wie die drei Frauen aus den Vorträgen. Sie kämpften unter schwierigen Bedingungen für ihre Anliegen mit Klugheit, Mut und Beharrlichkeit. Ihr Vorbild kann uns heute den Rücken stärken, selbst aktiv zu werden.“ resümiert Ellen Spengler, die als Kreativpädagogin in Zusammenarbeit mit Dr. Sabine Kambach, Kunstpädagogin, die von den Moderatorinnen zusammengefassten Ergebnisse der Diskussionen, in die dreiteilige Collage integrierten.

Für das gute Gelingen trug auch das mit viel Engagement zubereitete Drei-Gänge-Menü bei, welches von den sog. „Sternchenköchen“, einer Männerkochgruppe aus Stuttgart, und von zahlreichen Helferinnen mit sehr viel Einsatz zubereitet und durch die Junge Gemeinde des TiK perfekt serviert wurde.

Das Gesamtkonzept sorgte vier Stunden für anregende Stimmung im herbstlich geschmückten Saal, welche durch die kunstvollen Klänge aus Akkordeon und Bajan von Claudia Schreiter virtuos untermalt wurde. 



Dieser Internetauftritt gehört zum Studienzentrum der EKD für Genderfragen in Kirche und Theologie (vorher: Frauenstudien- und -bildungszentrum in der EKD, FSBZ).
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